Die Entstehung der Bank deutscher Länder und die deutsche Währungsreform 1948.

entstehung-der-bankEckard Wandel
Schriftenreihe des Instituts für bankhistorische Forschung e.V. Band 3.
(hrsg. Der Wissenschaftliche Beirat des Instituts für bankhistorische Forschung e.V.), Fritz Knapp Verlag Frankfurt am Main, 1980.

Die Entstehung der Band deutscher Länder und die deutsche Währungsreform von 1948 ist bisher wenig erforscht worden. Die amerikanischen Militärakten, die der Untersuchung zugrunde liegen, belegen den Verlauf der Verhandlungen zwischen den einzelnen Besatzungsmächten, die führende Rolle der Vereinigten Staaten sowie die wirtschaftlichen und politischen Gründe für die Durchführung der Währungsreform in den drei westlichen Besatzungszonen.
Nach dem Potsdamer Abkommen vom August 1945 sollte das besetzte Deutschland als wirtschaftliche Einheit erhalten, gleichzeitig aber jede Konzentration wirtschaftlicher Macht gebrochen werden. Aus diesen Zielen entwickelte die amerikanische Militärregierung ihre Dezentralisierungspolitik, die auch Vorschläge für Zentralbanken in den einzelnen Ländern und Pläne zur Dezentralisierung der großen Banken enthielten.
Bei den Fragen des Zeitpunkts der Währungsreform, der Ausklammerung Berlins und der Abtrennung des Lastenausgleichs handelt es sich um rein politische Entscheidungen, die von Washington durchgesetzt wurden. Ohne dieses Diktat und die organisatorische Leistung der amerikanischen Militärregierung wäre eine Währungsreform weder rechtlich noch technisch möglich gewesen.
In Deutschland kursierten schon seit Kriegsende Gerüchte über eine bevorstehende Währungsreform. Der Schwarzmarkt und die Zigarettenwährung erreichten im Frühjahr 1948 ihre größte Bedeutung. Anfang April 1948 machte die Presse Andeutungen über das Konklave von Rothwesten. Eine aus den Statistiken ablesbare Warenhortung und Lähmung der deutschen Wirtschaft setzte ein. Nachdem die Sowjetunion am 20. März 1948 ihre Mitarbeit im Alliierten Kontrollrat eingestellt hatte und inzwischen zwei getrennte Zentralbanken vorhanden waren, wurde der westdeutschen Bevölkerung klar, dass die Währungsreform, der Tag X, unmittelbar bevorstehen müsste. Die Reichsmark hatte ihre Funktion als Wertmesser endgültig verloren.
Bereits wenige Tage nach der Währungsreform vom 21. Juni 1948 trat der erwartete „Schaufenstereffekt“ ein: Die gehorteten Waren vergrößerten schlagartig das Warenangebot, und ein vorher nicht für möglich gehaltener Wirtschaftsaufschwung setzte ein.
Die Untersuchung der amerikanischen Deutschlandpolitik ergibt, dass die auf der Grundlage des Colm-Dodge-Goldsmith-Planes durchgeführte Währungsreform nicht aus wirtschaftlichen, sondern aus politischen Gründen um mehr als zwei Jahre verzögert wurde. Sie erhellt die vielfältigen Ursachen für das Scheitern einer vierzonalen Währungsreform. Schließlich wird deutlich, dass die Währungsreform des Jahres 1948 eine der wesentlichen Voraussetzungen für einen schnellen Wirtschaftsaufschwung nach der Gründung der Bundesrepublik war. Mit diesem Schritt wurden ordnungspolitische Weichen gestellt, die u einem freien marktwirtschaftlichen System in der Bundesrepublik führten.

Erhältlich bei:
amazon.de